Wasser

2.4 ZE - Zink und Epoxy-Deckschicht

Aussenbeschichtung

Die Zink-Epoxy-Umhüllung besteht aus mehreren Schichten und weist zugleich eine aktive wie auch passive Schutzwirkung auf. Sie besteht aus einer metallischen Zinkauflage (ZE) von 200 g/m2 und einer Epoxy-Deckbeschichtung von etwa 100 µm. Bis das Rohr im Boden eingebaut wird, schützt die Deckbeschichtung das Zink gegen Witterungseinflüsse. D.h. an den Poren in der Deckbeschichtung entstehen durch Reaktion des Zinks mit Regenwasser und der Kohlensäure der Luft Zinkkarbonate, welche die Poren verschliessen und eine weitere Reaktion weitgehend unterbinden.

Selbst bei einer allfälligen Beschädigung der Gussoberfläche während des Handlings, werden die verlegten Rohre im Erdboden an diesen Stellen nicht angegriffen, weil sich an der Blessur ein elektrochemisches Element ausbildet, ein sogenanntes Makroelement.

Im elektrochemischen Sinne stellt die freigelegte Gussrohrfläche die Kathode und die verzinkte Rohroberfläche die Anode dar. Durch die aktive Schutzwirkung geht Zink in Lösung und wird im Ionenstrom zu der verletzten Stelle transportiert. Diese versiegelt durch die sich bildenden Zink-Reaktionsprodukte die verletzte Gussoberfläche passiv, weil sie eine Deckschicht bilden. Ist das Rohr im Boden eingebaut, verwandelt sich die Zinkauflage mit der Zeit langsam in eine dichte, fest haftende, undurchlässige und gleichmässige kristalline Schicht unlöslicher Verbindungen.

 

  1. Epoxy-Deckschicht schwarz oder rot
  2. Zink
  3. Duktilguss
  4. Tonerde-Schmelz-Zementmörtel

 

Innenbeschichtung

Hochofen-Zementmörtel (HOZ)

Die mineralische und anorgansche Zementmörtel-Auskleidung von Guss­rohren ist in Sachen Lebensdauer und Wirksamkeit allen bisher bekannten Beschichtungen überlegen. Dies hat die Analyse von Rohren ergeben, welche über eine Zeitspanne von nahezu 100 Jahren eingesetzt waren. Die Aus­kleidung, deren Anwendungsbereich in DIN 2880 beschrieben ist, entspricht den Anforderungen der Norm EN 545. Der Zementmörtel wird mit einer Geschwindigkeit, welche mehr als dem 50-fachen der Erdbeschleunigung entspricht, in die Rohre eingeschleudert. Dabei entsteht ein äusserst dichtes, fest haftendes Mörtelgefüge, das mechanischen Angriffen bestens widersteht. Die Auskleidung hat gleichzeitig eine aktive wie auch eine passive Schutzwirkung. Die aktive Wirkung beruht auf einem elektrochemischen Prozess. Dabei steigt der pH-Wert des Wassers durch Aufnahme von Kalk in den Poren des Mörtels auf über 12 an. In diesem pH-Bereich ist bei Gusseisen keine Korrosion möglich. Die passive Wirkung ergibt sich durch die mechanische Trennung der gusseisernen Rohrwand und dem Wasser. Diese Schutzwirkungen ermöglichen, dass die Auskleidung auf der Innenoberfläche einwandfrei glatt bleibt, Ablagerungen verhindert, und somit einen optimalen Trinkwasserschutz gewährleistet. Die hydraulische Leistungsfähigkeit der Rohrleitung bleibt vollständig erhalten.

Polyurethan (PUR)

Die glatte und lösungsmittelfreie PUR-Innenauskleidung ist hygienisch einwand­frei und gewährleistet einen hohen Korrosionsschutz. Speziell geeignet beim Transport von stark aggressiven Wässern.

Tonerde-Schmelz-Zementmörtel (TSZ)

Die Eigenschaften des Tonerde-Schmelz-Zementes sind die Basis eines wirkungsvollen Korrosionsschutzes duktiler Gussrohre in der Abwassertechnik. Aufgrund einer Vielzahl von Untersuchungen, insbesondere zur Beständigkeit gegenüber biogener Schwefelsäure-Korrosion, kann diese Auskleidung im Dauerbetrieb für den Bereich pH 4,5 bis 10 eingesetzt werden (stossweise sind Unterschreitungen bis pH 3,5 möglich).