Referenzen
INTEGRAL-Rohre für die Stromversorgung im Puschlav
Gesamterneuerung des Kraftwerks Robbia
Um die zuverlässige Stromproduktion im oberen Teil des Puschlavs für die Zukunft sicherzustellen, wurde das Kraftwerk Robbia in der Valposchiavo komplett erneuert. Für die Druckleitung des Teilstücks „Balbalera“, die teils durch einen Stollen verläuft, kamen INTEGRAL-Rohre TSZ und Formstücke in den eindrücklichen Dimensionen DN 1400 und DN 1600 zum Einsatz.
Erneuerungsprojekt KW Robbia
Das Wasserkraftwerk Robbia befindet sich nördlich von Poschiavo, auf der Ebene „Plan da Robbia“. Der Bau der ersten Anlage begann 1909. Von 1940 bis 1945 wurde die Anlage erweitert und 1956 die Maschinengruppe 2 eingesetzt. Seither blieb die Anlagenauslegung des Kraftwerks Robbia unverändert.
Für den zuverlässigen Weiterbetrieb des Kraftwerks wurden nun rund 90 % der Gesamtanlage erneuert. Alle bestehenden Maschinengruppen wurden ersetzt und die Verteilrohrleitung sowie die Kugelschieber der Maschinen ausgewechselt. Gleichzeitig wurde eine Optimierung des Triebwassersystems durchgeführt. Diese beinhaltete unter anderem die Minimierung der hydraulischen Verluste und die Optimierung der Betriebswassernutzung. So wurde unter anderem das Speichervolumen des Reservoirs Puntalta erweitert.
Neue Druckleitung „Balbalera“ mit INTEGRAL Rohren und Formstücken
Die bestehende Druckleitung „Balbalera“ führte mit zwei separaten Druckleitungen vom Apparategebäude Puntalta auf 1680 m ü.M. zur Zentrale Robbia auf 1078 m ü.M. Die beiden bestehenden Leitungen wurden im oberen Teil durch eine einzelne, grössere Druckleitung mit INTEGRAL-Rohren TSZ und Formstücken ersetzt.
Duktile Gussrohre INTEGRAL TSZ sind nicht nur in der Lage, hohen Dauerbetriebsdrücken, sondern auch Druckstössen und Überdrücken standzuhalten, ohne dass dies zu Beschädigungen oder Beeinträchtigungen der Lebensdauer führt.
Im ersten, flacheren Abschnitt wurden die Rohre mit gebrochenem Aushubmaterial aus den Triebstollen aufgeschüttet. Dank den Eigenschaften der duktilen Gussrohre und der beeindruckenden Rohrstatik war es möglich, die Rohre nach der Verlegung ohne weitere Massnahmen mit einem 30 Tonnen Bagger zu überfahren. Dies zahlte sich aus, denn so war die Zufahrt zu den Stollen jederzeit gewährleistet.
Rohrverlegung bei engsten Platzverhältnissen
In den zwei Stollen mit 56 % Gefälle herrschten extrem enge Platzverhältnisse. Der Wandabstand betrug zum Teil nur 10 cm. Da duktile Gussrohre bereits bei der Lieferung einen fertigen Korrosionsschutz besitzen, müssen sie nach der Montage nicht nachbehandelt werden. So konnte auf den Ausbruch von Schweissnischen verzichtet werden. Dies war ein grosser Vorteil und die Bauzeit konnte dadurch massiv verkürzt werden. Jedes Rohr wurde einzeln auf einer Stahlunterkonstruktion mit einer Fixpunktschelle und einer Auflageschelle befestigt. Dank dieser Bauweise konnte die Druckleitung von unten nach oben verlegt werden. Da die Ausdehnung der Rohre in jeder einzelnen Muffe aufgenommen werden kann, konnte auf kostspielige Dehnungselemente verzichtet werden.
Speziell entwickeltes Hydrauliksystem von Wild für die Montage
Mit innovativen Ideen konzipierten die ausführenden Unternehmen für dieses spannende Projekt spezielle
Maschinen und Hilfsmittel. Für die Montage der Verbindungen wurde von der Firma Wild ein spezielles Hydrauliksystem entwickelt. Das mit zwei Hydraulikzylindern arbeitende System konnte ferngesteuert bedient werden und vereinfachte die Montage der Verbindungen erheblich. In Verbindung mit dem „Montagestern“ konnten die Zugkräfte gleichmässig verteilt werden.
Logistisch eine Herausforderung
Die Logistik war eine grosse Herausforderung. Die Rohre wurden direkt vom Werk ins idyllisch am Lago di Poschiavo gelegene Camp Martin geliefert. Allein als Zwischenlagerfläche wurden über 1600 m2 benötigt. Die Logistik vom Lagerplatz bis zur Baustelle wurde vom einheimischen Transportunternehmen Fratelli Lanfranchi durchgeführt. Eine weitere Herausforderung war auch der Transport der über 8.4 m langen und fast 2 m breiten Rohre durch die engen Gassen von Poschiavo nach Cavaglia. Pro Lastwagen konnte jeweils nur ein Rohr zur Baustelle transportiert werden.
Strom aus Wasserkraft für 25’000 Haushalte
Die jährliche Stromproduktion wird um rund 10 % auf etwa 120 GWh erhöht und rund 25’000 Haushalte im oberen Puschlav können mit Strom aus erneuerbarer Wasserkraft vom Kraftwerk Robbia versorgt werden.
Der Bau dieses nicht alltäglichen Projektes zeigt einmal mehr auf, wie wichtig starke Partner sind. Wir von der Wild Armaturen AG sind stolz, dass wir ein Teil dieser starken Partnerschaft sein durften.
Zum Projektvideo: Link
Zum Video Stollenarbeiten: Link
Verantwortliche
Bauherr: Repower AG, Poschiavo
Gesamtprojektleiter: Tiziano Crameri, Repower
Oberbauleitung: Matteo Passini, Repower
Örtliche Bauleitung: Gioele Tessitore, Repower (IM Maggia)
Planung/Fachplanung: Repower AG / Afry Zürich, Peter Zsak / Marco Püntener / David Gisler
Ausführungsplanung: Gasser Engineering AG, Hans-Matthias Liechti
Bauführer Martinelli: Simone Crameri
Polier Martinelli: Federico Raschetti
Bauführer Gasser: Christian Zimmermann
Polier Gasser: Bernhard Stefan
Transporte: Lanfranchi Poschiavo, Sandro Lanfranchi
Technische Angaben
Lieferumfang: INTEGRAL Rohre TSZ:
300 m DN 1600 C 25 TIS-K / 360 m DN 1400 C 25 S / 100 m C 30 S / 26.5 m DN 1400 C 30 S / 100 m DN 1400 C 30 TIS-K, 5 Kurzrohre TSZ DN 1600 L2500 TIS-K; Steckmuffen-Bögen MMK DN 1600; Flansch Spitzenden F1600 TIS K / Flansch-Steckmuffen EU 1400 / Flanschverbindungen FLV 1400



















